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Der Gedanke zu einer Akademie

Vor zwölf Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Abfallwirtschaft den Wissenschaftskongress (Wiko) ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit treffen sich alljährlich junge Wissenschaftler*innen und Professoren*innen zum Erfahrungsaustausch, Getragen wird der Wiko von einem Beirat, dem nahezu alle deutschsprachigen Professoren*innen aus dem Gebiet der Abfall- und Kreislaufwirtschaft angehören. In zahlreichen Publikationen wird über deren Forschungsarbeiten berichtet, auch in der Schriftenreihe des Wiko.

Doch wer nutzt die Ergebnisse? Werden all die Publikationen gelesen? Wer fasst die wesentlichen Ergebnisse, Aussagen und Empfehlungen zusammen? Gehen die Ergebnisse in Gesetze, Verordnungen, Richtlinien oder Empfehlungen ein? Jedenfalls sind viele übergreifende Fragen der Abfall- und Kreislaufwirtschaft unbeantwortet. Diskursthemen gibt es offensichtlich zur Genüge. Die Herausforderungen werden in Zukunft noch spürbar zunehmen, insbesondere vor dem Hintergrund einer Circular Economy als integraler Bestandteil der Klima-, Rohstoff und Naturschutzpolitik der EU und in Deutschland.

Hier setzt der Gedanke zu einer Akademie an. Eine Akademie ist im klassischen Sinne die Zusammen kunft von Wissenschaftler*innen, um im wissenschaftlichen Diskurs ein Thema unabhängig und fundiert zu besprechen, um so zu einem reflektierten, verifizierten und evidenzbasierten Ergebnis zu kommen. Dieses soll dann als Empfehlung veröffentlicht werden.

Gründung der Akademie der Kreislaufwirtschaft

Am 14./15.2.2023 wurde in Potsdam die erste „Akademie der Kreislaufwirtschaft“ durchgeführt. Die Akademie ist organisatorisch bei der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (DGAW) angesiedelt.

Ziele der Akademie der Kreislaufwirtschaft

Die Akademie wird mit dem Erfahrungsschatz aus über 40 Jahren Abfall- und Kreislaufwirtschaft ausgewählte, aktuelle Themenfelder unabhängig und wissenschaftsbasiert diskutieren, die zugrundeliegenden Fakten und Daten analysieren und darauf aufbauend im Diskurs erarbeitete Empfehlungen für eine resiliente und leistungsfähige Abfall- und Kreislaufwirtschaft ableiten. Die Akademie wird Empfehlungen zu erforderlichen Forschungsthemen und -programmen abgeben und auf Bereiche aufmerksam machen, die derzeit (noch) wenig Beachtung finden. Mensch, Klima, Umwelt und Ressourcen stehen dabei im Kontext abfallwirtschaftlicher/-rechtlicher und technologischer Lösungen im Mittelpunkt.

Empfehlungen der Akademie der Kreislaufwirtschaft

Die Akademie steht mit ihrer Arbeit und ihren Empfehlungen für die Wissenschaft und wendet sich damit an diejenigen, die in ihren Arbeiten und bei ihren Entscheidungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse setzen wollen. Die Akademie denkt hierbei insbesondere an den Gesetzgeber und dessen nachgeordnete Einrichtungen, sie denkt an unsere politischen Vertreter*innen und die Fachöffentlichkeit und wird sich selbstverständlich auch über die verschiedenen Plattformen der DGAW mitteilen.

Durchführung der Akademien

Die Mitglieder der Akademie werden ein ausgewähltes Thema aus dem Bereich der Abfall- und Kreislaufwirtschaft im Laufe eines Jahres aufbereiten, tauschen sich über Videokonferenzen aus und führen im Vorfeld des Wissenschaftskongresses die Akademie durch.

Als Ergebnis wird für jedes Thema ein kurzes Papier mit Empfehlungen für die Fachöffentlichkeit erarbeitet, abgestimmt und publiziert. Die Akademie dient so als ein Sprachrohr aus der Wissenschaft.

Mitglieder der Akademie der Kreislaufwirtschaft

Derzeit besteht die Akademie aus 12 Profes- soren*innen aus Deutschland und Österreich, von Universitäten und Hochschulen der angewandten Wissenschaften.

Eine Übersicht der derzeitigen Mitglieder finden Sie hier

Einige geplante Themen für die zukünftige Arbeit

 

  • Empfehlungen für eine resiliente und leistungsfähige Abfall- und Kreislaufwirtschaft (ca. 15 Themen in der Prioritätenliste)
  • Stoffstrombezogene Quoten in der Abfallwirtschaft (Dieses Thema wird aktuell für die nächste Akademie vorbereitet.)
  • Grenzüberschreitende Abfallverbringung
  • Pfandsystem für Batterien
  • Chemisches Recycling
  • Weitere Themen sind in Vorbereitung

 

Die Akademie nimmt gerne Anregungen zu weiteren Themen aus der Abfall- und Kreislaufwirtschaft an, steht mit den Mitgliedern des Beirates des Wissenschaftskongresses in engem Austausch und bringt sich in laufende, gerne auch kritische Diskussionen ein.

 

Ihr Gerhard Rettenberger und Mitautoren

 

Die Langfassung des Textes finden Sie hier